Love&Sexuality Spirit&Healing

Bedürftigkeit heilen – der schmerzvollen Abhängigkeit ein Ende bereiten

By on 8. März 2018

Was unsere Bedürftigkeit anbelangt, ist unser Bewusstsein äußerst gespalten.

Auf der einen Seite wollen wir sie verdrängen, von uns abspalten, sie nicht fühlen müssen und so unabhängig wie möglich sein, auf der anderen Seite versuchen wir sie zu rechtfertigen, unsere Partner und Mitmenschen immer wieder in die Pflicht zu nehmen, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Im Endeffekt stellt dies einen Versuch unseres Egos dar, durch das “Nehmen” noch unabhängiger und unangreifbarer zu werden, wirkliches “Empfangen” von Herz zu Herz verwehren wir uns auf der Ebene dieser “Ich will jetzt Liebe!”-Ego-Anteile allerdings.

Dieses gespaltene Bewusstsein führt zu innerem Unfrieden, zu Machtkämpfen in Beziehungen und zu unauthentischen Rollen, die wir einnehmen, um geliebt zu werden – sei es die Rolle der oder des zwanghaft Unabhängigen, mit der wir unsere ungeheilten Bedürftigkeiten zu kaschieren und kompensieren versuchen. Oder die Rolle des Opfers, in der wir sehnsüchtig auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse warten, dies mit allen Mitteln zu rechtfertigen versuchen und tief in uns doch eine tiefe Schuld spüren, weil wir eigentlich längst begriffen haben, dass unsere Mitmenschen nicht da sind, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Egal ob im freundschaftlichen oder partnerschaftlichen Kontet.

In diesem Artikel, möchte ich dir zeigen, wie du dieser inneren Bedürfnis-Schizophrenie mit ihrem Parallelkampf um Unabhängigkeit ein Ende bereiten, deine Bedürftigkeiten annehmen, heilen und integrieren kannst und durch diese Verbundenheit mit dir selbst auch Verbundenheit auf Herzensnähe in deinen Beziehungen herstellen kannst. 

1. Woher kommt unsere Bedürftigkeit eigentlich? 

Immer wenn wir als Erwachsene bedürftig sind, haben wir die Verbundenheit zu uns selbst verloren. Die Ursprünge hierfür liegen meist tief in der Kindheit verwurzelt, wo wir begonnen haben, verletzte Innere-Kind-Anteile von uns abzuspalten und damit aus unserer inneren Ganzheit herauszufallen. Dies kann durch traumatische Erfahrungen von Statten gegangen sein oder durch unsere meist unbewusste Entscheidung, gewisse Anteile unserer  Selbst (Eigenschaften, Qualitäten, Wesensaspekte) von uns abzuspalten, weil ihnen mit Kritik, Ablehnung und Schuld begegnet wurde. Wir erinnern uns: Als Kinder sind wir rein emotionale, fühlende Wesen und unseren Emotionen völlig ausgeliefert. Ablehnung und Gefühle des “Nicht geliebt seins” hinterlassen teilweise tiefe seelische Verletzungen, die uns aus unserer Ganzheit hinauskatapultieren und unerfüllte Bedürfnisse aus der Vergangenheit hinterlassen. In der Identifikation mit diesen unerfüllten Bedürfnissen geraten wir automatisch in eine Opfer-Rolle und beginnen von dort an in der Sehnsucht zu schwelgen, dass irgendwann ein Heilsbringer in unser Leben treten wird, um unsere Narben zu heilen und unerfüllten Bedürfnisse aus der Vergangenheit nach zu nähren. Diese Identifikation wird unweigerlich Leid in unser Leben bringen, weil sie den Weg zu emotionaler Abhängigkeit, Anhaftung und Selbstaufopferung in unseren Beziehungen ebnen wird. Der dadurch entstehenden Unfreiheit begegnen wir meist, indem wir diese Anteile erneut von uns abspalten und uns in ein zwanghaftes Streben nach Unabhängigkeit dissoziieren, das diese ungeheilten Rollen verstecken soll. Vereinfach gesagt: Je mehr wir nach Unabhängigkeit und Freiheit in unseren Beziehungen streben, desto größer ist das Maß ungeheilter, oft unbewusster Bedürftigkeit.  Und je mehr unsere Bedürftigkeit und Sehnsucht von uns Besitz ergriffen hat, desto größer ist die Front der teilweise trotzigen, wütenden und verletzten Unabhängigkeit, die sich in uns formiert. Ein einziger innerer Konflikt, der erfüllte Beziehungen und wahre Herzensverbundenheit kappt und uns unempfänglich für die Liebe macht, so sehr wir uns auch danach sehnen mögen.

2. Aber es ist doch ok, hin und wieder bedürftig und verletzlich zu sein, oder nicht?

Wenn wir etwas als “nicht ok”, oder “nicht liebenswert” betrachten, dann neigen wir dazu, diesen Aspekt in uns zu verdrängen, zu kaschieren und ihn abzuspalten. Bedürftigkeit macht verletzlich und ist immer mit Schuld, Scham und Minderwert behaftet. Darum befindet sie sich in einem Zustand der Abspaltung, der dazu führt, dass wir uns entweder vollkommen mit unserem inneren bedürftigen Opfer identifizieren (alles was nicht angenommen, gefühlt und geheilt wird, beherrscht uns) oder als Ausgleich alles dafür tun, um unabhängig zu sein. Um einen heilsamen Umgang mit unserer Bedürftigkeit zu finden, müssen wir diesen Zustand der Abspaltung aufheben. Darum ist es ein wahnsinnig wichtiger und äußerst heilsamer Schritt, diese Bedürftigkeit zu würdigen, anzuerkennen und sie auch in Beziehungen zu kommunizieren, um sie Schritt für Schritt in unsere Selbstannahme zu integrieren.

Meiner Ansicht nach soll diese so wichtige Würdigung und Annahme allerdings unter einer Bedingung geschehen: Wir übernehmen volle Verantwortung für unsere Bedürftigkeit und nehmen nicht unsere Partner in die Pflicht, die daraus resultierenden Bedürfnisse zu erfüllen. Wir zeigen uns damit authentisch, stellen damit eine Brücke der Verbundenheit her, die auch unserem Gegenüber ermöglicht, sich mit seiner Bedürftigkeit und Verletzlichkeit zu zeigen und verpflichten uns trotzdem dazu, zu erkennen, dass hinter dieser Bedürftigkeit ein Mangel an Verbundenheit zu uns selbst steckt, der geheilt und integriert werden möchte. Diese Kombination aus “Verletzlichkeit zeigen” und “konsequent Eigenverantwortung übernehmen” erlöst, heilt und integriert unsere innen Opfer-Anteile und richtet unseren inneren Kompass auf innere Ganzheit aus.

3. Wie können wir unsere Bedürftigkeit heilen? 

  • Entscheide dich für’s Loslosassen! Was willst du? Deine Abhängigkeit oder wahre Verbundenheit? Für zweiteres wirst du entgegen deiner Tendenz zur Anhaftung, die deiner Bedürftigkeit entspringt, einen Weg des Loslassen wählen müssen, der dich attraktiv und empfänglich für die Liebe macht. Unsere innere geistige Ausrichtung ist der erste essentielle Schritt zur Heilung. Hole all die Energie, die du in deine Sehnsucht investierst, zu dir zurück. Bitte darum, dass alle energetischen Schnüre, die nicht der wahren Liebe entspringen, jetzt durchtrennt werden und atme dich vollkommen in dich selbst Hinein, bis du in einem Raum innerer Zentrierung jetzt folgende Heilübungen durchführen kannst.
  • Spüre die Bedürftigkeit! Das Tor zur inneren Freiheit liegt unter all den Emotionen verborgen, die wir nicht fühlen wollen und die wir mit allen Mitteln zu kompensieren versuchen. Im Endeffekt steckt hinter unserer Bedürftigkeit der Versuch, unseren Partner dazu zu bringen, dass wir unsere schmerzhaften Gefühle nicht fühlen müssen, indem er dieser Bedürftigkeit gerecht wird. Wenn du dich in einem schmerzvollen Gefühl von Bedürftigkeit gefangen siehst – sei es in Form von Abhängigkeitsgefühlen bezüglich deines Partners oder einer schmerzvollen Nähe nach Sehnsucht im Allgemeinen – dann lokalisiere diese Bedürftigkeit in deinem Körper und durchfühle die Gefühlsschichten, die ihr zu Grunde liegen. Wahrscheinlich wirst du eine schmerzvolle Gefühlskombination aus Trauer, Verlustangst, Wut, Verzweiflung, Leere wahrnehmen können, die in ihrer Vielschichtigkeit gefühlt werden möchte. Egal auf wie viele Gefühlsschichten du stoßen magst – entscheide dich für den Mut durch körperzentrierte Wahrnehmung, das zu fühlen, was dir begegnet. Das Fühlen stärkt deine weiblichen Anteile, zentriert dich, macht dich weich und öffnet somit deine Bereitschaft, wahrhaftig empfangen zu können. Je konsequenter du diese Übung durchführst, desto mehr wirst du in das Gefühl innerer Ganzheit kommen, das dem schmerzlichen Sehnen ein Ende bereitet und gleichzeitig alle durch zwanghafte Bedürftigkeit entstandene Herzmauern dahinschmelzen lässt.
  • Integriere deine verlassenen Inneren Kinder! Hinter jedem Gefühl von Bedürftigkeit steckt ein verlassenes Inneres Kind, das dein emotionales Ruder übernimmt und sich schmerzlich danach sehnt, dass deine Mitmenschen seine unerfüllten kindlichen Bedürfnisse nachnähren und erfüllen. Auf höherer Ebene wollen diese abgespaltenen, noch immer in altem Schmerz aus der Vergangenheit feststeckenden Anteile zurück in deine Ganzheit. Du kannst die vorherige Übung vertiefen, indem du dich von deiner Bedürftigkeit zu den Anteilen führen lässt, die geheilt und integriert werden möchten. Fokussiere dich auf das Gefühl von Bedürftigkeit, lade es ein, vollkommen präsent zu werden und frage es nach seinem Alter. Du wirst ganz intuitiv Antworten oder Bilder erhalten, die dich zu jenen involvierten Inneren-Kind-Anteilen führen, die um Erlösung schreien und dich deshalb mit ihrer Bedürftigkeit peinigen. Frage diese Anteile nach ihren Bedürfnissen, welche Gefühlsqualitäten sie für ihre Heilung brauchen und aktiviere deinen Inneren Heiler, indem du diese Gefühlsressourcen in dir fühlst und sie vollkommen in sie einströmen lässt. Du kannst dir außerdem vorstellen, wie der Himmel seine Pforten öffnet und die reine Essenz bedingungsloser Liebe in Form eines unerschöpflichen Lichtstrahls in den jeweiligen Anteil hineinströmt, ihn von all seinem Schmerz erlöst und all jene Gefühle integriert und verankert, die dieser Anteil braucht, um heil und ganz zu werden. Wenn du möchtest, kannst du das höchste Bewusstsein zusätzlich darum bitten, diese Gefühlsqualitäten in deinem Anteil zu integrieren. Wenn du das Gefühl hast, das dein Innerer-Kind-Anteil durch die geistigen Heilimpulse heil und ganz ist, lass ihn ihm Energiefeld dieser Gefühlsqualitäten zu einer erwachsenen, heilen und ganzen Version deiner Selbst heranreifen, mit der du verschmilzt und somit einen Teil deiner Ganzheit zurückgewinnst. Wenn du nun auf eine neue Gefühlsschicht von Bedürftigkeit stößt, führe diese Übung erneut durch. Immer und immer wieder. Auch hier ist Geduld und Konsequenz und Vertrauen in deinen inneren Prozess gefragt!
  • Heile deine Elternbeziehung! Spüre in dich hinein und frage dich: Wonach sehnt sich dein Inneres Kind im Bezug auf deine Eltern? Welche Defizite kannst du wahrnehmen: Herrscht ein größerer Mangel an Vaterliebe oder an Mutterliebe? Oder an beidem? Wie sehr sehnst du dich immer noch danach, endlich von deiner Mutter oder deinem Vater angenommen und geliebt zu werden? Weil durch Verletzungen aus der Kindheit meistens eine energetische Abspaltung von den Eltern entstanden ist, könntest du diese Liebe meistens nicht einmal annehmen, obwohl du sich gewisse Innere-Kind-Anteile in dir so sehr danach sehnen. Folgende kleine Heilübung kannst du zur Harmonisierung deiner Elternbeziehung, zur Stärkung der Verbundenheit mit deinen Eltern (egal ob sie noch am Leben sind oder nicht) und zur Stärkung der Verbundenheit mit dir selbst durchführen: Verbinde dich mit deinem höchsten Bewusstsein und lade deine Eltern ein, jetzt vor dich zu treten. Vielleicht spürst du nun Wut, Hass oder Trauer. Fühle diese Gefühle und fokussiere dich nun auf die Liebe in deinem Herzen. Erinnere dich daran: Wenn deine Eltern dir z.B das Gefühl von Wertschätzung nicht vermitteln konnten, liegt das daran, dass es ihnen selbst fehlt. Schenk deinen Eltern nun das, was dir in deiner Kindheit gefehlt hat. Lass die Energie von Wertschätzung, Liebe aus und Verbundenheit aus deinem Herzen zu ihnen strömen und bitte auch das Göttliche darum, dass diese Gefühle nun in dir und deinen Eltern verankert werden. Stell dich in deiner Vorstellung gemeinsam mit deinen Eltern in dieses Energiefeld und merke, wie ihr euch immer näher kommt, während alte Wunden geheilt werden. Stell dir nun auch vor, wie deine Eltern ihre ganze Liebe in dic hineinfließen lassen. Wie du eingebettet in dieser Liebe immer mehr Ruhe und Frieden spürst. Du kannst diese Übung immer dann durchführen, wenn du unerfüllte Bedürfnisse im Bezug auf deine Eltern wahrnehmen kannst, die sich natürlich auch in deinen Beziehungen wiederspiegeln – manchmal bewusst, manchmal unbewusst.
  • Heile die “Unverbundenheit” deiner Ahnen! Die tiefe Sehnsucht danach, geliebt und angenommen zu sein, wurzelt ebenfalls auf Gefühlen des Mangels und alten Schmerz in unserer Ahnenreihe, der durch Traumen und Schocks des Verlustes, der Ablehnung, des Unerwünscht Seins etc. entstanden ist, die die Verbundenheit in unserer Ahnenreihe zerstört und nun über uns erlöst werden möchten. Was ich damit sagen möchte. Wir tragen einen Sack alter Bedürftigkeiten unserer Ahninnen und Ahnen mit uns herum, die es im Rahmen unserer inneren Freiheit zu heilen und zu transformieren gilt. Folgende Übung kann ich dir ebenfalls ans Herz legen, wenn du im Ego-Schmerz deiner Bedürftigkeit steckst: Verbinde dich mit dem göttlichen Bewusstsein, spüre deine Liebe, deine Ganzheit, deine Kraft und lass diese Qualitäten deines höheren Selbst in deine Ahnenreihen strömen, die sich in deiner Vorstellung vor dir aufstellen. Bitte das höhere göttliche Bewusstsein darum, dass alle Verletzungen, die zu einem Mangel an Verbundenheit geführt haben und in dir wirken, nun aus deiner Ahnenreihe aufgelöst und in Licht und Liebe transformiert werden. Wiederhole dies, bis du merkst, dass der Strom der Liebe wieder in deinen Ahnenreihen fließen kann und nimm wahr, dass all die Liebe und all die Verbundenheit aus deiner Ahnenreihe jetzt auch in dich hineinströmt, bis auch du dich vollkommen geliebt, verbunden und heil fühlst.

Du wirst intuitiv spüren, welche Heilübung in welcher Situation am angebrachtesten ist. Wichtig ist, dass du lernst die Verantwortung zu übernehmen und die Chance zu begreifen, die in deiner Bedürftigkeit steckt. Nämlich durch konsequente Heil-und Bewusstseinsarbeit die Verbundenheit mit dir selbst wieder herzustellen. Und dir dabei auch das Mitgefühl zu schenken, dich dort anzunehmen, wo du auf deinem Weg gerade stehst.

Wenn du einen heilsamen Schritt in Richtung innere Ganzheit, Selbstliebe und Verbundenheit mir dir selbst gehen möchtest, was dein Herz für mehr Verbundenheit und Nähe in deinen Beziehungen öffnet, freue ich mich darauf, dich in unserem Healing-Workshop “So wie ich bin” in einen heiligen Raum der Selbstliebe zu führen. In einer kraftvollen Kombination aus geistig-energetischer Heilarbeit und heilsamer Körperarbeit öffnen wir unser Herz für ungeliebte Aspekte unserer Selbst (die nach Liebe und Erlösung rufen), erlösen uns von Gefühlen der Schuld, Scham und des “Nicht gut genug seins” und stärken unsere weiblichen Anteile für Geduld und Mitgefühl für uns selbst. 

Alle Infos und Details zur Anmeldung für die Termine in Hamburg (1.5.), Köln (5.5.), München (10.5.), Berlin (12.5.), Dresden (19.5.) und Stuttgart (21.5.) findest du hier: http://bit.ly/2HRZPlw

Es gibt außerdem noch freie Plätze für meinen Beziehungsworkshop “Wenn es weh tut, ist es keine Liebe” zur Heilung und Transformation deiner Beziehungen.

Alle weiteren Infos und Details zu den noch nicht ausgebuchten Terminen in Wien (30.3.), München (8.4.) und Leipzig (14.4.) findest du hier: http://bit.ly/2hjtjg0

Ich freue mich auf dich und wünsche dir viel Erfolg beim Ausprobieren der beschriebenen Heilübungen!

Dein

 

 

 

Für weitere Heilimpulse … 

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1 Comment
  1. Antworten

    Kathrin Haase

    9. März 2018

    Danke!

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Ludwig
Berlin

Ich will dich durch kraftvolle Heil-und Coaching-Impulse zu deinem ganz persönlichen Seelenrave inspirieren! Seelenraven heißt, dass du dein SEIN, deine ganz persönliche Wahrheit zum Leuchten bringst. Du du deine Ängste, Blockaden und destruktiven Glaubenssätze transformierst, Heilung in den Tiefen deiner Seele findest und dich in Selbstliebe, Kraft und Klarheit verankerst. Du deine Verletzlichkeit würdigst und genau darin die Stärke eines offenen Herzens erkennst. Lass uns gemeinsam seelenraven! Lass uns gemeinsam SEIN!

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