ES GIBT TAUSEND STRATEGIEN, UM NÄHE ZU VERMEIDEN … UND DEIN VERLETZTES EGO KENNT SIE ALLE!

Vielleicht fühlst du dich persönlich von diesem Post angesprochen, vielleicht ziehst du aber auch immer wieder Partner*innen an, die sich dieser Strategien bedienen, um Nähe zu vermeiden.

Im Laufe des natürlichen Beziehungsprozesses (der immer nur unser Bestes will, so schmerzvoll es sich auch anfühlen mag!) kommen wir in der Regel in den “Genuss” beider Rollen.

Sprich: Mal sind wir diejenigen, die sich distanzieren, mal diejenigen, von denen man sich distanziert.

Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass die meisten Menschen eine Art Bindungstrauma haben. Je feinfühliger und sensitiver du bist, desto intensiver ist der Sog dieser Verletzungsebenen, die in Beziehungen aufbrechen. Und du zweifelst dann an dir selbst, klagst dich an und fragst dich, wieso alle anderen Beziehung hinkriegen und du nicht.

Die Antwort ist simpel: Du bist als sensitiver Mensch in Kontakt mit jenen in dir wirkenden Verletzungsebenen, die viele andere Menschen rational verdrängen, von sich abspalten und ausklammern können.

Fakt allerdings ist (und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen): Werden diese Verletzungsebenen nicht konsequent geheilt, wirst du immer wieder in den selben Schleifen “nicht funktionierender Beziehungen” landen.

Warum? – Weil dein System Kompensationsstrategien entwickelt hat, um das Triggern dieser Verletzungsebenen zu vermeiden, das in Beziehungen durch emotionale und körperliche Nähe unvermeidlich geschehen würde.

So werden viele zu aktiven Bindungsphobikern (Menschen, die sich aktiv immer wieder distanzieren) und andere zu passiven Bindungsphobikern (Menschen, die immer wieder aktive Bindungsphobiker anziehen).

Lass uns nun auf die wichtigsten Strategien unseres Egos eingehen, derer sich unser Ego bedient, um Nähe zu vermeiden.

1. DIE NARZISSTISCHE STRATEGIE: “Ich halte dich klein!” : Wo der Partner zunächst noch idealisiert und auf den Thron gehoben wird (was mit intensiven Verliebtheitsgefühlen und Verschmelzungsstrategien für beide Akteure einhergehen kann), beginnt das Ego nach dem Abflauen des ersten Hormoncocktails eine radikale “Ich halte dich von mir fern, in dem ich dich klein halte”-Kampagne. Das was am Partner zunächst toll war, ist auf einmal nicht mehr so toll. Das narzisstische Ego sucht zwanghaft Makel und Fehler am anderen und weist ihn oder sie auch noch subtil oder offensichtlich darauf hin. “Du bist nicht gut genug für mich”, versucht das narzisstische bindungsängstliche Ego seinem Gegenüber zu verkaufen, um ihn oder sie fernzuhalten und Nähe zu vermeiden.

2. DIE AUFOPFERUNGSSTRATEGIE: “Ich rette dich!” oder “Ich kämpfe um deine Liebe!”: Wer sich gerne in Beziehungen aufopfert, hält sich selbst für äußerst bindungsfähig. “Ich gebe so viel”, redet sich das sich aufopfernde Nähevermeider-Ego ein und ist hin-und hergerissen zwischen dem dem Zwang, immer noch mehr um Liebe zu kämpfen und dem Gegenüber seinen Wert zu beweisen und einer passiven oder aktiven Aggression, dass das, was gegeben wird, nie ausreichend honoriert wird. Eine Balance von Geben und Empfangen ist in diesen Beziehungen Fehlanzeige! Und ganz ehrlich: So ätzend sich das auch anfühlen mag. Gewisse Anteile deinerselbst haben darin ein Allheilmittel zur Nähevermeidung gefunden. Wieso? In der Aufopferung hältst du deine Partner auf Distanz, in dem du dich entweder über sie (Ich rette dich!) oder unter sie stellst (Ich kämpfe um deine Liebe!). Dass dies wenig mit Beziehung auf Augenhöhe zu tun, auf der Nähe in Form eines gesundes Gleichgewicht aus Geben und Empfangen gelebt werden kann, versteht sich von selbst, oder?

3. DIE AUTONOME STRATEGIE: “Bevor du gehst, habe ich dich schon 200 Mal zu vor verlassen”. Jeder zwanghaften Unabhängigkeit liegt eine tiefe Verletzlichkeit zu Grunde. Auch wenn autonome, unabhängige Menschen oft durch Erfolg, Schönheit und Leistung zu glänzen vermögen, sind sie tief in sich überzeugt, dass ihr Partner sie verlassen würde, wenn sie einfach nur sie selbst wären und nicht mehr durch ihre individuelle Performance überzeugen könnten. Die Nähevermeidungsstrategie sehr autonomer Menschen ist simpel: Sobald sie Gefahr wittern, dass ihr Gegenüber sie nicht mehr idealisiert, anhimmelt oder ihnen die Komfortzone bietet, die sie brauchen, um sich sicher zu fühlen (was natürlich unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein kann), distanzieren sie sich vorsichtshalber selbst und lassen ein verdutztes Gegenüber zurück, das überhaupt nicht versteht, was hier vor sich geht. Diese Fluchtstrategie verläuft in der Regel auch noch so souverän und gekonnt, dass jegliches Aufblitzen von Angst und Verletzlichkeit verborgen werden kann.

4. DIE SELBSTSABOTAGE-STRATEGIE: “Ich bin so wertlos, du verdienst was Besseres als mich.”: Diese Nähevermeidungsstrategie ist besonders trickreich, weil sie das Gegenüber dazu verleiten mag, dem Nähevermeider bzw. der Nähevermeiderin zu beweisen, dass er oder sie doch vollkommen gut genug ist! Das ist allerdings verlorene Liebesmüh. Mit aller Macht wird sich der Nähevermeider in seiner vermeintlichen Schuld und Wertlosigkeit suhlen und wie ein Kind, das unbedingt bestraft werden möchte, alles tun um sein Gegenüber zu triggern, zu verletzen und vor den Kopf zu stoßen, um sich quasi die eigene Wertlosigkeit zu beweisen. Künstlich erzeugte Schuld à “So wie ich bin, kann man mich unbedingt lieben” oder “So wie ich bin, verletzte ich dich eh nur” ist hier die Mauer, hinter der sich der Nähevermeider verschanzt und schlussendlich ganz zurückzieht. Ich habe sogar selbstsabotierende, verletzte Innere Kinder gesehen, die immer wieder fremdgegangen sind, um sich die eigene Schuld und dem Partner zu beweisen, dass er oder sie nicht liebenswert ist.

Verhaltensmuster, die dieser Strategien entspringen sind …

sich nicht festlegen wollen; Ausweichmanöver; übertriebenes Freiheitsbedürfnis und die ständige Paranoia, diese zu verlieren; urplötzlich andere Menschen noch viel attraktiver und interessanter finden; “Gründe erfinden”, warum eine Beziehung gerade doch nicht passt; längere Auslandsaufenthalte, die ganz “zufällig” dort hineinfallen, wo man sich gerade kennenlernt

Wichtig zu verstehen ist, dass diese Strategien alle meist unbewusster tief verletzter Anteile entspringen, die in ihrem natürlichen Ur-Vertrauen in Liebe, ihrem Selbstwert und ihrem Glauben, dass sie Liebe verdienen für das was sie sind, tief erschüttert sind und immer wieder eine “Liebe ist gefährlich – wir müssen uns vor Nähe schützen!”-Kampagne initiieren, wenn ein gewisser Grad an Initimität überschritten oder eine Ebene von Verletzlichkeit getriggert wird, die für unser System nicht länger kontrollierbar ist.

Ich glaube: Werden diese Anteile nicht kontinuierlich geheilt und integriert, werden sie immer wieder unser Beziehungsverhalten steuern und eine dementsprechende Resonanz zu Partnern bilden, die sich ebenfalls nicht auf uns einlassen.

In anderen Worten: So schmerzvoll es auch sein kann, wenn sich Menschen nicht auf dich einlassen, so sehr bieten diese bindungsunwilligen Partner eine absolute Komfortzone für deine verletzten Inneren Kinder, für die Liebe im unintegrierten und ungeheilten Zustand schlichtweg zu gefährlich ist.

Wenn du einen heilsamen, herz- und augenöffnenden Schritt in Richtung der Integration deiner “nähervermeidenden”, in Abhängigkeit, Aufopferung und alten Verletzungen gebundenen Anteile initiieren willst, freuen wir uns auf dich in unserem Beziehungsworkshop “Heart Dearmouring”.

Wo wir innerlich ganzer, heiler und freier von den seitens des Familiensystems übernommenen Verdrehungen und destruktiven Glaubenssystemen zum Thema Liebe sind, können wir diese Heilung auch im Außen in all unseren Beziehungen erfahren oder das zurücklassen, was sich in diesem Rahmen nicht mehr stimmig anfühlt.

Alle Infos und Details zur Anmeldung für die Termine in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Hannover, Mainz, Wien, München & Zürich findest du hier.

Ich wünsche dir viel Augen- und Herzöffnung durch diesen Artikel! Dich selbst und andere besser zu erkennen und zu verstehen und die für dich notwendigen Heilungsschritte zu initiieren.